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Hochzeitssketch


Ich habe euch hier eine kleine Sammlung von Hochzeitsaufführungen zusammengestellt.
Es ist auf einer Hochzeitsfeier immer ein gern gesehenes Ereignis, wenn sich einer oder mehrere Personen, kleine Hochzeitsaufführungen erdacht oder erlernt haben, um die Gäste ein wenig zu unterhalten. Hier könnt ihr Hochzeitsstücke für eine oder mehrere Personen finden.

Diese Hochzeitssketche wurden aus antiquarischen Büchern aufbereitet, ich stelle euch diese Reden gerne für private Zwecke zur Verfügung.






Die Dreiste und die Schüchterne


Hochzeitsvorführung für zwei Personen (Frauen)

(Kostüm beliebig)

A: dreist im Auftreten,
B: schüchtern, pathetisch

A: Nun komm doch schon! Was gibts denn hier zu zagen?
Du tust so blöd, du findest es zu dreist,
Sich unter all' die Hochzeitsgäst' zu wagen;
Hast du wohl Furcht, daß dich das Brautpaar beißt?

B: Ach nein - das nicht - mir ist's, als ob ich Mutter
Des Bräutchens wär' und müßt ihr ratend nah'n -

A: Nun also! - Tu auch so als gucktes du die Butter,

B: Das Pfund 2 Mark, dir auf dem Markte an!
Das junge Paar mit Butter zu vergleichen
Das ist fürwahr nicht grad' ein feiner Scherz -

A: Warum das nicht? Wie Butter muss erweichen
Vor deinem mahnend Wort, sich doch das Bräutchens Herz.

B: Ich weiß, die Braut sie wird nicht übel deuten,
Erteil' ich heut' ihr mütterlichen Rat -

A:Doch nicht so viel! Lob' lieber vor den Leuten
Des Bräutchens feinen allerliebsten Staat!
Erzähle lieber doch den Gästen allen,
Wie sich das Pärchen so zusammen fand,
Beschreibe dann, mit welchem Wohlgefallen
Der Alfred hat gedrückt der Wanda Hand.

B: In***** (bei***) war's, wo Alfred hat getroffen
Das Fräulein Wanda hold zum erstenmal,
Wo ihn ihr Blick, nachhaltig tief getroffen,
Ihm flugs bereitet hat der stillen Sehnsucht Qual.

A: Ganz Recht! Wie ward da auf der Stelle
So schüchtern er, als sie ihn angeschaut,
Der dreiste Mann, der kecke Junggeselle,
Dem sonst man wohl nicht über'n Weg getraut,
Er hat in Wanda's Näh' den kecken Mut verloren,
Und wart verliebt bis hinter beider Ohren!

B:O sprich so schnöd' nicht von den Herzenswunden!
Wie du dich ausdrückst, klingts doch gar nicht schön:
"Des Armors Pfeil, er hat sein Ziel gefunden
In Alfreds Herz, und um ihn wars geschehn!"
So klingts poetischer, wird besser hier gefallen,
Als mit der Tür gerad' zu in's Haus zu fallen!

A: O geh' mir doch, du Kritikus, Ratgeber.
Schiltst jeden ja, der über die Schnure haut;
Doch sprech ich trotzdem frischweg von der Leber,
Nicht gleich erzürnt wird darum sein die Braut.
Klingt's auch nicht gut, so wie ein Mopfs zu kläffen,
Kann man den Nagel auf den Kopf doch treffen.

B: Mach's wie du willst; hier soll kein Streit ausbrechen,
Was dächten sonst die Gäste von uns gar?
Sprich wie du willst; laß mich, wie ich will, sprechen
Zum hochgeschätzten, werten jungen Paar.

A: Gut! Willst du dich mit Spritzgebacknem zieren,
Werde ich hier Hausmannkost, ganz kräftig offerieren.

B: Das Morgenrot der Lieb' war aufgedämmert
Für's junge Paar, ein reines Glück so groß -

A: In Alfreds Brust, da hat das Herz gehämmert,
wie in der Schmied' der Hammer und der Ambos!

B: Der Liebesfrühling hold, erschloss sich beiden,
Berührt mit mildem Hauch der Herzen zarter Seiten.
Als ein Geständnis gegenseitig tauschten
Die beiden aus auf stillem Pfad allein,
Dem süß' Geplauder, Nachtigallen lauschten,
Das mußten Stunden, himmlisch-selige, sein!
Wie wußt Alfred das Mädchen sanft zu bitten,
Und wie bered sein Herz ihr auszuschütten!

A: Ich kann mir's denken, wie er da der Süße,
Der Unschuldsvolle, doch Beredte war:
Er sprach vom Herz, vom Grünzeug und Gmüse,
Vom Wetter, Gänseschmalz, von ihrem schönen Haar.
Und als er bat um einen Kuss - laut knallen
Hörten's alsbald im Busch die Nachtigallen.

B: Wie kannst du nur sogar plebeiisch sprechen,
Schau wie beschämt das Paar die Augen senkt;
Ein Küsschen ist auch kein so groß Verbrechen,
Daß man gleich an die große Glocke hängt.
Das Sprichwort sagt ja schon, ein Kuss in Ehren,
Den sich ein Brautpaar gibt, ist nicht zu wehren.

A: Ich halt das Küssen niemals für 'ne Sünde
Ich gönn' dem Alfred sicher den Genuß -
Hat's Appetit, so geb' das Paar geschwinde
Sich auf der Stelle hier noch einen Kuß!
Hätt' wie die Braut, ich neben mir so sitzen
'Nen hübschen Bräutigam, wie wollt ich's Mäulchen spitzen!

B: O schweig, und laß mich jetzt dem Paar, dem braven
Ein warmes Wort zum Ehrentage weihn:
Ihr trafet heut im friedlich-stillen Hafen
Beglückter Eh' mit Amors Hilfe ein;
Der Ehestand wird stillen euer Sehnen,
Den Himmel werdet ihr auf Erden wähnen!

A: Im Ehehafen- mancher kann das sagen -
Geht es oftmals doch auch recht stürmisch zu,
Dann kommt bei Mann und Frau ein Mißbehagen
Und flugs entschwindet die ersehnte Ruh'.
Der Sonnenschein der ehelichen Liebe
Wird oft dadurch wie ein Nachtlämpchen trübe!

B: Das kann nur kommen, wenn im Ehebunde
Die Liebe fehlt, wenn fehlt das Einverstehn
Nur solches Paar sieht manche trübe Stunde,
Doch selbstverschuldet, über sich ergehn -
Bei unserm Paar ist das nicht zu erwarten,
Ihm ist die Eh' ein Pfad im Rosengarten.

A: Da dir's beliebt nur rosenrot zu malen,
So misch ich gern darunter etwas grau,
Mit stetem Sonnenschein, beständgem Glück zu prahlen,
Vermag im Leben kein Mann und keine Frau;
Der Himmel hängt nicht immer voller Geigen,
Es wird sich auch manchmal ein Brummbaß zeigen.

B: Natürlich mögen mit der Eh' verbunden
Auch Leiden sein und manche kleine Qual,
Doch sie erhöhen nur das Glück der schönen Stunden,
Ein herber Zusatz würzt ja oft das Mahl,
Man kanns dadurch oft noch schmackhafter machen,
Ein Wechsel ist drum gut beinah in allen Sachen.

A: Unpraktisch ist's Luftschlösser nur zu bauen.
Ich faßt den Eh'stand weit prosaischer auf.
Wohl gibts da Freud', doch gibts auch Leid zu schauen,
Gut ist es drum, wenn man gefaßt darauf -
Soll ich dem Paar hier mein Wünschchen sagen,
Ist's, daß gemeinsam sie, was Gott schickt, mutig tragen,

B: Dem stimm' ich zu, doch heg' ich noch das Hoffen,
Daß unser Paar Leid nicht viel kennen lernt,
Ihm steh' vielmehr die Zukunft lächelnd offen
Was Unbill bringt, das bleibe hübsch entfernt;
Doch läßt sich solches wirklich einmal spüren:
Des Paares Einverstehn verriegle ihm die Türen.

A: So ist es recht! -
B: (zu A. Gewandt) -Laß uns den Vortrag schließen,
Ich hab' schon Ungeduld im Kreise hier entdeckt -

A: Das schadet nicht. - Ich laß mir's nicht verdrießen
Und schließe noch mit einem Knall - Effekt.

B: O wertes Paar, auf deinen Rosenpfaden -

A: Vergiß nicht, einst zur Kindtauf' uns zu laden!



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